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Tauchlampe für Unterwasserfotos und Videos: Lumen, Strahlwinkel und Lichtfarbe einfach erklärt

vor 1 Tag
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Stunden


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Warum du unter Wasser Licht brauchst

Wenn du unter Wasser Fotos oder Videos machen möchtest ist es ungefähr so hell wie in einem Keller ohne Fenster, nur nasser. Mit der Tiefe verschwinden zuerst die warmen Farben, und Korallen und Fische werden zu einem blauen Einheitsbrei. Eine gute Lampe oder ein Blitz bringt die Farben zurück. Welche Technik sinnvoll ist, hängt davon ab, was du vorhast: Nachttauchgang, Makrofotos oder Video.


Infografik zum Farbverlust unter Wasser: Riffszenen von 0 bis 30 Metern Tiefe, in denen Rot, Orange und Gelb nacheinander verschwinden und das Bild blauer wird
So verändern sich Farben mit der Tiefe: Rot verschwindet zuerst, Blau bleibt am längsten. Schematische Illustration, die genauen Tiefen hängen von der Wasserklarheit ab.



Lampe, Blitz oder Videolicht?

•       Tauchlampe: Dauerlicht, gut zum Sehen, Orientieren und für Nachttauchgänge.

•       Videolicht: Dauerlicht mit breitem, gleichmäßigem Strahl, damit die ganze Szene ausgeleuchtet ist.

•       Blitz: Kurzer, sehr heller Lichtblitz, der nur im Moment des Fotos leuchtet. Für Fotos bringt er mehr Helligkeit ins Bild als eine Lampe, dazu später mehr.



Wie viele Lumen brauchst du?

Lumen messen, wie viel Licht eine Lampe abgibt. Mehr ist nicht automatisch besser, denn zu viel Licht bei Makromotiven überbelichtet das Bild. Für uns gelten grobe Faustwerte:

Einsatz

Richtwert

Nachttauchgang

etwa 1000 Lumen reichen (Beispiel: APLOS AP01 mit 1050 Lumen )

Makrofotos mit Dauerlicht

etwa 1000 bis 2000 Lumen

(Beispiel Orca Torch D530V mit Snoot)

Video

etwa 2000 bis 4000 Lumen

Große Szenen, sehr dunkles Wasser

deutlich mehr

 

Das sind Erfahrungswerte, keine Normen. Schau in die Herstellerangaben und vergleiche vor allem Strahlwinkel und Lichtqualität, nicht nur die Lumenzahl.



Strahlwinkel: eng oder weit?

  • Snoot (etwa 5° bis 10°): Ein Aufsatz, der den Strahl für Makro stark bündelt. Das Motiv steht im Rampenlicht, der Hintergrund bleibt dunkel, und es gibt weniger Schwebeteilchen im Licht.

  • Enger Strahl (etwa 10°): Für einzelne Motive, Spalten und Signale. Fürs Filmen schwierig, weil Hotspots entstehen.

  • Mittlerer Strahl (etwa 30°): Der Kompromiss für größere Makromotive und kleine Szenen.

  • Weiter Strahl (etwa 60° bis 120°): Für Video und Weitwinkel. Er leuchtet große Flächen weich aus, hat aber weniger Reichweite.


Aber Achtung: Größere Lampen mit einstellbarem Strahlwinkel sind für Makro oft nicht ideal. Für Makro nimmst du am besten eine Lampe mit Snoot.



Infografik zum Abstrahlwinkel einer Tauchlampe: Eine Nacktschnecke in vier Lichtkegeln (Snoot, 10, 30 und 60 bis 120 Grad) mit Tipps für Makro, größere Motive, Weitwinkel und Video
Gleiche Lampe, unterschiedliche Lichtkegel: Ein Snoot oder enger Strahl reicht weit und hebt das Motiv hervor, ein weiter Strahl leuchtet große Flächen weicher aus. Schematische Illustration.

Lichtfarbe: Was bedeutet Kelvin?

Die Farbtemperatur (in Kelvin) beschreibt, ob ein Licht eher bläulich-kühl oder gelblich-warm wirkt. Für Foto und Video eignet sich meist ein neutral- bis kühlweißes, tageslichtähnliches Licht. Die Angaben der Hersteller variieren. Ein Beispiel: Das Backscatter MW-4300 ist im Weitwinkelmodus laut Hersteller auf etwa 6000 K kalibriert. Mit warmem Licht (etwa 3000 bis 4000 K) bringst du gelbe und orange Töne zur Geltung, es kommt aber unter Wasser nicht so weit. Wichtig ist, dass du in der Kamera den Weißabgleich passend einstellst. Dazu werden wir an anderer Stelle noch einen Artikel verfassen und dir erklären wie das funktioniert.


Infografik zur Lichttemperatur: Ein Anemonenfisch in sechs Farbstimmungen von 2.000 K (sehr warm, orange) bis 7.000 K (sehr kalt, bläulich), mit dem Tipp 5.500 bis 6.500 K für Unterwasserfotos
So wirkt dieselbe Szene bei unterschiedlicher Lichtfarbe. Für natürliche Farben unter Wasser sind 5.500 bis 6.500 K eine gute Faustregel. Schematische Illustration.


Die Modi: Was du wirklich brauchst

Viele Taschenlampen lassen sich für den jeweiligen Gebrauch einstellen und haben verschiedene Modi.

•       Hoch: Maximale Helligkeit für tiefes oder trübes Wasser, kostet aber Akku.

•       Mittel: Der Allrounder.

•       Niedrig: Schont den Akku und eignet sich für Makro, wo zu viel Licht stört.

•       Blinkmodus und SOS: Zum Signalisieren. Er ersetzt aber keine Boje. Das Blinken sollte man außerdem nicht mit Blitzfotografie verwechseln.

•       Rotlicht: Manche Lampen haben einen Rotlichtmodus. Er ist als Fokuslicht in der Dunkelheit praktisch, weil Tiere dabei oft weniger gestört wirken.



Unsere Lampen im Einsatz

Wir haben mehrere Lampen dabei und entscheiden oft erst unter Wasser, welche wir nehmen. So viel Entscheidungsfreude hat man selten. Das sind unsere vier:

Lampe

Wofür

Die wichtigsten Daten

Orca Torch D530V mit Snoot

Einsteiger, Foto und Video

Rund 1200 Lumen mit sehr weitem Strahl von etwa 120°, zwei Helligkeitsstufen (1200 und 290 Lumen)

Backscatter MW-4300

Video, Makro

4300 Lumen im Weitwinkelmodus, 1400 Lumen im Makromodus

Backscatter Miniflash 2

Fotos (Blitz)

Blitz statt Dauerlicht, mit zweitem Blitz remote steuerbar

APLOS AP01

Nachttauchgänge

1050 Lumen, leicht, guter Akku

 

Orca Torch D530V mit Snoot

Unsere Einstiegslampe. Sie deckt Foto und Video ab, das Snoot macht sie für Makro nutzbar. Das ist ideal, wenn du dich nicht entscheiden kannst, hat aber Kompromisse. Für den Weitwinkel Einsatz sowohl für Fotos als auch Videos fehlt die Power. Je näher du am Objekt bist desto besser wirkt die Taschenlampe. Für Einsteiger die erstmal ein Gefühl haben möchten ist die Lampe ideal. Sie ist leicht, kompakt und lässt sich auch an ein Kugelgelenk montieren.

→ Orca Torch Bundle: https://link.amazon/B02Hz0H41


Backscatter MW-4300

Unser Videolicht im mittleren Segment. Wir haben es anfangs sogar für Makro genutzt, bevor wir einen Blitz hatten. Dazu gibt es den Optical Snoot OS-1, der den Strahl noch enger macht. Aufgrund der Stäkre kann die Lampe sogar auf mittlerer Distanz (1-5m) gut ausleuchten.

→ MW-4300:


Backscatter Miniflash 2

Für Fotos führt früher oder später kein Weg an einem Blitz vorbei. Er bringt mehr Helligkeit ins Bild, als eine Lampe je könnte. Der Miniflash 2 und auch der Miniflash 3 sind kompakt und lassen sich mit einem zweiten Blitz remote steuern. Beide brauchen etwas Übung. Beim Hersteller gibt es außerdem einen passenden Snoot-Aufsatz. Der Miniflash 3 reizt uns, wir haben ihn aber noch nicht.

→ Miniflash 2:


APLOS AP01

Unsere Lampe für Nachttauchgänge und unser ständiger Begleiter als Backup-Lampe bei jedem Tauchgang - egal ob Tag oder Nacht. Sie ist leicht, hat einen guten Akku und eignet sich tagsüber auch für kleine Gegenstände oder Höhlen. Sie lohnt sich, wenn du regelmäßig tauchst oder verrückt nach Makro bist.



Was wir uns sparen konnten

•       Rotfilter: Der Rotstich sah bei uns schrecklich aus, und der Filter passt nur für einen schmalen Tiefenbereich. Besser ist eine Lampe, die dem Bild Licht gibt.

•       Schwarzlicht: Unter Wasser hatte es nie den erhofften Effekt.

•       Viele andere Lampen: Wir haben viele ausprobiert und etliche enttäuschend gefunden. Da auch alle Lampen ziemlich teuer sind, überlege dir genau was du brauchst und was dein Einsatzzweck ist.



Welche Lampe passt zu dir?

•       Du willst nachts tauchen: Eine leichte Lampe mit etwa 1000 Lumen.

•       Du willst filmen: Ein Videolicht mit weitem Strahl.

•       Du willst Makrofotos machen: Lampe mit Snoot zum Einstieg, später ein Blitz.

•       Du willst alles ein bisschen: Eine kombinierte Lampe wie die Orca, und dann nach Bedarf aufrüsten.

Normale Taschenlampen, z.B. für Nachttauchgänge, kannst du im Tauchshop teils leihen, manchmal gegen Gebühr. Für Fotos und Video lohnt sich das aber nur zum Ausprobieren.



Akkus und Reisen

Die meisten Lampen laufen mit Lithium-Akkus. Die gehören beim Fliegen in der Regel ins Handgepäck. Prüf vorher die Regeln deiner Airline und lade die Akkus vor dem Tauchgang auf, denn auf dem Boot ist meist keine Steckdose. Wir haben immer verschiedene Ersatzakkus mit.



Häufige Fragen

Wie viele Lumen braucht eine Tauchlampe für Fotos?

Für Makro reichen meist etwa 1000 bis 2000 Lumen. Wichtiger als die Zahl ist oft der Strahlwinkel und ein Snoot.

Für den Einstieg reicht eine Lampe mit Snoot. Wenn du bessere Fotos willst, führt irgendwann kein Weg an einem Blitz vorbei. Übe aber ruhig erstmal mit einer Lampe, damit du verstehst wie das Licht und deine Kamera eingesetzt werden. Das erfordert etwas Zeit und Übung. Lass dich nicht entmutigen.

Bei uns nicht. Er wirkt nur in einem schmalen Tiefenbereich, besser ist künstliches Licht.

Meist neutral- bis kühlweiß. Die genauen Werte variieren je nach Hersteller, entscheidend ist ein passender Weißabgleich.

Oft ja, im Tauchshop, teils gegen Gebühr.




Fazit

Du brauchst nicht gleich ein komplettes Lichtstudio. Fang mit dem an, was zu deinen Tauchgängen passt, und rüste auf, wenn du merkst, woran es hakt. Mehr zu unserem übrigen Equipment findest du im Artikel „Tauchausrüstung & Foto-Equipment: Das nutzen wir (und das kannst du dir sparen“


 

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