Tauchlampe für Unterwasserfotos und Videos: Lumen, Strahlwinkel und Lichtfarbe einfach erklärt
Aktualisiert: vor 3 Stunden
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Warum du unter Wasser Licht brauchst
Wenn du unter Wasser Fotos oder Videos machen möchtest ist es ungefähr so hell wie in einem Keller ohne Fenster, nur nasser. Mit der Tiefe verschwinden zuerst die warmen Farben, und Korallen und Fische werden zu einem blauen Einheitsbrei. Eine gute Lampe oder ein Blitz bringt die Farben zurück. Welche Technik sinnvoll ist, hängt davon ab, was du vorhast: Nachttauchgang, Makrofotos oder Video.

Lampe, Blitz oder Videolicht?
• Tauchlampe: Dauerlicht, gut zum Sehen, Orientieren und für Nachttauchgänge.
• Videolicht: Dauerlicht mit breitem, gleichmäßigem Strahl, damit die ganze Szene ausgeleuchtet ist.
• Blitz: Kurzer, sehr heller Lichtblitz, der nur im Moment des Fotos leuchtet. Für Fotos bringt er mehr Helligkeit ins Bild als eine Lampe, dazu später mehr.
Wie viele Lumen brauchst du?
Lumen messen, wie viel Licht eine Lampe abgibt. Mehr ist nicht automatisch besser, denn zu viel Licht bei Makromotiven überbelichtet das Bild. Für uns gelten grobe Faustwerte:
Einsatz | Richtwert |
Nachttauchgang | etwa 1000 Lumen reichen (Beispiel: APLOS AP01 mit 1050 Lumen ) |
Makrofotos mit Dauerlicht | etwa 1000 bis 2000 Lumen (Beispiel Orca Torch D530V mit Snoot) |
Video | etwa 2000 bis 4000 Lumen |
Große Szenen, sehr dunkles Wasser | deutlich mehr |
Das sind Erfahrungswerte, keine Normen. Schau in die Herstellerangaben und vergleiche vor allem Strahlwinkel und Lichtqualität, nicht nur die Lumenzahl.
Strahlwinkel: eng oder weit?
Snoot (etwa 5° bis 10°): Ein Aufsatz, der den Strahl für Makro stark bündelt. Das Motiv steht im Rampenlicht, der Hintergrund bleibt dunkel, und es gibt weniger Schwebeteilchen im Licht.
Enger Strahl (etwa 10°): Für einzelne Motive, Spalten und Signale. Fürs Filmen schwierig, weil Hotspots entstehen.
Mittlerer Strahl (etwa 30°): Der Kompromiss für größere Makromotive und kleine Szenen.
Weiter Strahl (etwa 60° bis 120°): Für Video und Weitwinkel. Er leuchtet große Flächen weich aus, hat aber weniger Reichweite.
Aber Achtung: Größere Lampen mit einstellbarem Strahlwinkel sind für Makro oft nicht ideal. Für Makro nimmst du am besten eine Lampe mit Snoot.

Lichtfarbe: Was bedeutet Kelvin?
Die Farbtemperatur (in Kelvin) beschreibt, ob ein Licht eher bläulich-kühl oder gelblich-warm wirkt. Für Foto und Video eignet sich meist ein neutral- bis kühlweißes, tageslichtähnliches Licht. Die Angaben der Hersteller variieren. Ein Beispiel: Das Backscatter MW-4300 ist im Weitwinkelmodus laut Hersteller auf etwa 6000 K kalibriert. Mit warmem Licht (etwa 3000 bis 4000 K) bringst du gelbe und orange Töne zur Geltung, es kommt aber unter Wasser nicht so weit. Wichtig ist, dass du in der Kamera den Weißabgleich passend einstellst. Dazu werden wir an anderer Stelle noch einen Artikel verfassen und dir erklären wie das funktioniert.

Die Modi: Was du wirklich brauchst
Viele Taschenlampen lassen sich für den jeweiligen Gebrauch einstellen und haben verschiedene Modi.
• Hoch: Maximale Helligkeit für tiefes oder trübes Wasser, kostet aber Akku.
• Mittel: Der Allrounder.
• Niedrig: Schont den Akku und eignet sich für Makro, wo zu viel Licht stört.
• Blinkmodus und SOS: Zum Signalisieren. Er ersetzt aber keine Boje. Das Blinken sollte man außerdem nicht mit Blitzfotografie verwechseln.
• Rotlicht: Manche Lampen haben einen Rotlichtmodus. Er ist als Fokuslicht in der Dunkelheit praktisch, weil Tiere dabei oft weniger gestört wirken.
Unsere Lampen im Einsatz
Wir haben mehrere Lampen dabei und entscheiden oft erst unter Wasser, welche wir nehmen. So viel Entscheidungsfreude hat man selten. Das sind unsere vier:
Lampe | Wofür | Die wichtigsten Daten |
Orca Torch D530V mit Snoot | Einsteiger, Foto und Video | Rund 1200 Lumen mit sehr weitem Strahl von etwa 120°, zwei Helligkeitsstufen (1200 und 290 Lumen) |
Backscatter MW-4300 | Video, Makro | 4300 Lumen im Weitwinkelmodus, 1400 Lumen im Makromodus |
Backscatter Miniflash 2 | Fotos (Blitz) | Blitz statt Dauerlicht, mit zweitem Blitz remote steuerbar |
APLOS AP01 | Nachttauchgänge | 1050 Lumen, leicht, guter Akku |
Orca Torch D530V mit Snoot
Unsere Einstiegslampe. Sie deckt Foto und Video ab, das Snoot macht sie für Makro nutzbar. Das ist ideal, wenn du dich nicht entscheiden kannst, hat aber Kompromisse. Für den Weitwinkel Einsatz sowohl für Fotos als auch Videos fehlt die Power. Je näher du am Objekt bist desto besser wirkt die Taschenlampe. Für Einsteiger die erstmal ein Gefühl haben möchten ist die Lampe ideal. Sie ist leicht, kompakt und lässt sich auch an ein Kugelgelenk montieren.
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Backscatter MW-4300
Unser Videolicht im mittleren Segment. Wir haben es anfangs sogar für Makro genutzt, bevor wir einen Blitz hatten. Dazu gibt es den Optical Snoot OS-1, der den Strahl noch enger macht. Aufgrund der Stäkre kann die Lampe sogar auf mittlerer Distanz (1-5m) gut ausleuchten.
→ MW-4300:
Backscatter Miniflash 2
Für Fotos führt früher oder später kein Weg an einem Blitz vorbei. Er bringt mehr Helligkeit ins Bild, als eine Lampe je könnte. Der Miniflash 2 und auch der Miniflash 3 sind kompakt und lassen sich mit einem zweiten Blitz remote steuern. Beide brauchen etwas Übung. Beim Hersteller gibt es außerdem einen passenden Snoot-Aufsatz. Der Miniflash 3 reizt uns, wir haben ihn aber noch nicht.
→ Miniflash 2:
APLOS AP01
Unsere Lampe für Nachttauchgänge und unser ständiger Begleiter als Backup-Lampe bei jedem Tauchgang - egal ob Tag oder Nacht. Sie ist leicht, hat einen guten Akku und eignet sich tagsüber auch für kleine Gegenstände oder Höhlen. Sie lohnt sich, wenn du regelmäßig tauchst oder verrückt nach Makro bist.
→ AP01: https://link.amazon/B0caIdWXB
Was wir uns sparen konnten
• Rotfilter: Der Rotstich sah bei uns schrecklich aus, und der Filter passt nur für einen schmalen Tiefenbereich. Besser ist eine Lampe, die dem Bild Licht gibt.
• Schwarzlicht: Unter Wasser hatte es nie den erhofften Effekt.
• Viele andere Lampen: Wir haben viele ausprobiert und etliche enttäuschend gefunden. Da auch alle Lampen ziemlich teuer sind, überlege dir genau was du brauchst und was dein Einsatzzweck ist.
Welche Lampe passt zu dir?
• Du willst nachts tauchen: Eine leichte Lampe mit etwa 1000 Lumen.
• Du willst filmen: Ein Videolicht mit weitem Strahl.
• Du willst Makrofotos machen: Lampe mit Snoot zum Einstieg, später ein Blitz.
• Du willst alles ein bisschen: Eine kombinierte Lampe wie die Orca, und dann nach Bedarf aufrüsten.
Normale Taschenlampen, z.B. für Nachttauchgänge, kannst du im Tauchshop teils leihen, manchmal gegen Gebühr. Für Fotos und Video lohnt sich das aber nur zum Ausprobieren.
Akkus und Reisen
Die meisten Lampen laufen mit Lithium-Akkus. Die gehören beim Fliegen in der Regel ins Handgepäck. Prüf vorher die Regeln deiner Airline und lade die Akkus vor dem Tauchgang auf, denn auf dem Boot ist meist keine Steckdose. Wir haben immer verschiedene Ersatzakkus mit.
Häufige Fragen
Wie viele Lumen braucht eine Tauchlampe für Fotos?
Für Makro reichen meist etwa 1000 bis 2000 Lumen. Wichtiger als die Zahl ist oft der Strahlwinkel und ein Snoot.
Brauche ich einen Blitz oder reicht eine Lampe?
Für den Einstieg reicht eine Lampe mit Snoot. Wenn du bessere Fotos willst, führt irgendwann kein Weg an einem Blitz vorbei. Übe aber ruhig erstmal mit einer Lampe, damit du verstehst wie das Licht und deine Kamera eingesetzt werden. Das erfordert etwas Zeit und Übung. Lass dich nicht entmutigen.
Lohnt sich ein Rotfilter?
Bei uns nicht. Er wirkt nur in einem schmalen Tiefenbereich, besser ist künstliches Licht.
Welche Lichtfarbe ist die richtige?
Meist neutral- bis kühlweiß. Die genauen Werte variieren je nach Hersteller, entscheidend ist ein passender Weißabgleich.
Kann ich eine Tauchlampe leihen?
Oft ja, im Tauchshop, teils gegen Gebühr.
Fazit
Du brauchst nicht gleich ein komplettes Lichtstudio. Fang mit dem an, was zu deinen Tauchgängen passt, und rüste auf, wenn du merkst, woran es hakt. Mehr zu unserem übrigen Equipment findest du im Artikel „Tauchausrüstung & Foto-Equipment: Das nutzen wir (und das kannst du dir sparen“
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