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Unterwasserkamera pflegen: So reinigen und warten wir TG-6 und TG-7 samt Gehäuse

vor 16 Stunden
5 Min. Lesezeit

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Warum wir uns davor fürchten, dass Wasser reinkommt

Es gibt im Tauchurlaub ein paar Momente, die den Tag verderben können. Einer davon: Du siehst etwas Tolles, hebst die Kamera, und auf dem Display ist nur Nebel. Uns ist das schon passiert, und wir können dir sagen: Es lohnt sich, die Kamera gut zu pflegen. Das kostet kaum Zeit, und es spart dir im Zweifel eine neue Kamera.

Hier zeigen wir dir unsere Routine mit der Olympus TG-6 im Original-Gehäuse. Sie funktioniert für uns, ersetzt aber nicht das Handbuch des Herstellers. Das findest du auf der OM-System-Seite: Handbuch PT-059.


Die wichtigste Regel: nie ohne Gehäuse

Wir nutzen unsere Kamera nie, wirklich nie, ohne Gehäuse. Ja, die TG-6 ist bis 15 m wasserdicht. Aber warum sollte man das tun? Salzwasser dringt in jede Ritze. Wenn es verdunstet, bleibt Salz zurück und kristallisiert aus. Das kann Dichtungen, Tasten und Verschlüsse beschädigen. Wenn du immer mit Gehäuse tauchst, musst du Kartenfach und Batteriefach auch nicht warten. Schau einfach, dass sie sauber und staubfrei bleiben.


Was du brauchst

•       ein Süßwasserbecken oder einen Eimer

•       ein Reinigungsset mit Spezialtüchern für die Linse

•       Silikonfett für den O-Ring

•       einen Ersatz-O-Ring (wir haben immer einen dabei)

•       eine leicht gepolsterte Hülle für die Reise


Nach jedem Tauchgang: spülen

Wir spülen die Kamera nach jedem Tauchgang. Zwischen zwei Tauchgängen klappt das nicht immer, weil nicht überall Süßwasser da ist. In der Regel gibt es ein Becken im Tauchshop, dort spülen wir mindestens einmal. So funktioniert es: einfach reinlegen und liegen lassen. Wenn es im Surface-Intervall ein Becken gibt, leg sie rein, und vergiss nur nicht, sie zum nächsten Tauchgang wieder mitzunehmen.


Ein paar Tipps dazu:

•       Drück von Zeit zu Zeit alle Tasten durch, damit sich auch dort das Salz lösen kann.

•       Wenn du Zeit hast, darf die Kamera auch ein bis zwei Stunden im Wasser liegen, es passiert nichts.

•       Wichtig: Das Wasser darf nicht vom Salz gesättigt sein, sonst kann es kein Salz mehr aufnehmen. Wechsle es regelmäßig.

•       Wenn uns die Wasserqualität nicht gefällt, was sehr selten vorkommt, spülen wir im Hotel oder legen die Kamera in einen mit Wasser gefüllten Eimer.


Im Surface-Intervall: Gehäuse zu lassen

Wir öffnen das Gehäuse möglichst nicht auf dem Boot. Warum nicht? Meistens sind Hände, Handtücher und Kamera nass, und außen am O-Ring sitzen Wassertröpfchen. Es kann also leicht ein bisschen Feuchtigkeit in die Kamera oder ins Gehäuse geraten. Das sieht man zunächst nicht. Unter Wasser erzeugt die Kamera im Betrieb Wärme, die Feuchtigkeit im Gehäuse verdunstet und schlägt sich an der kühleren Hülle nieder. Das kennst du von deinem Auto im Winter. Nur dass du im Auto wenigstens einen Scheibenwischer hast.


Abends: Gehäuse öffnen, Akkus laden

Meistens öffnen wir die Kameras erst am Abend. Auch dann ist noch etwas Restfeuchtigkeit da, es sei denn, du bist in einem Resort mit Kameraraum und Druckluft. Da wir abends ohnehin die Bilder auswerten, uns freuen und den Tag Revue passieren lassen, ist das für uns kein Problem. Wenn wir Restfeuchtigkeit feststellen, lassen wir das Gehäuse offen, und die Klimaanlage nimmt die Feuchtigkeit auf, ohne dass wir reiben müssen.

Dabei laden wir auch alle Akkus: für die Kamera, die Ersatzakkus und alle Lampen. So gehen wir immer mit vollen Akkus ins Wasser. Im Surface-Intervall tauschen wir nur ganz selten einen, wenn es sein muss.

Beim Öffnen und Schließen gilt: Wir öffnen das Gehäuse ausschließlich über die Verschlüsse, und beim Schließen achten wir immer darauf, dass die Sicherheitsverriegelungen verschlossen sind.


Wartung: Der O-Ring ist das Herz

Für die technische Wartung ist bei uns Chris zuständig. Im Alltag ist es eine Sichtprüfung beim Öffnen. Beim Makrotauchen wird viel Sand aufgewirbelt, und wenn man die Kamera im Sand ablegt, können Sandkörner an den O-Ring geraten. Da muss keine Panik ausbrechen, aber der O-Ring sollte dann gewartet werden: herausnehmen und säubern. Vor jeder Tauchreise prüft und reinigt Chris die O-Ringe gründlich und fettet sie mit Silikonfett. Nimm nur ganz wenig. Das Silkonfett sorgt dafür, dass der O-Ring nicht spröde wird. Nimmst du zu viel, dann haftet Dreck am O-Ring.

Wir haben immer einen Ersatz-O-Ring dabei und mussten ihn noch nie benutzen. Unser O-Ring ist inzwischen drei Jahre alt und funktioniert hervorragend. Gerade deshalb achten wir jetzt besonders kritisch auf seinen Zustand. Merke dir: Sobald er erste Risse oder Sprödigkeit zeigt, weg damit und einen neuen einbauen. Prüf außerdem im Handbuch, wie oft der Hersteller einen Austausch empfiehlt.


Linse und Frontscheibe: so selten wie möglich anfassen

Fass den Bereich der Linse, am Gehäuse und an der Kamera, so selten wie möglich an. Dann verschmiert nichts. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, putzen wir die Linse mit den Spezialtüchern aus unserem Reinigungsset. Das funktioniert gut. Selbst kleine Fehler siehst du bei Makrobildern, weil du so nah heranzoomst.


Reisen und Lagerung

Wir transportieren die Kamera immer im Gehäuse, zusätzlich in einer leicht gepolsterten Hülle, und nehmen alles ins Handgepäck. Wenn die Kamera nicht im Einsatz ist, kommt der Schutzdeckel auf die Linse. Nimm die Batterien aus der Kamera und leg sie in ein separates Batterie-Pack. So hast du alle Akkus beisammen. Manchmal müssen sie bei der Kontrolle vorgezeigt werden.


Was bei Freunden passiert ist

Ein Freund von uns hatte mit einem weit verbreiteten Drittanbieter-Gehäuse einen Wassereintritt. Fairerweise hat er auch oft im Intervall die Kamera geöffnet und Batterien gewechselt, und es kann sein, dass Fussel vom Handtuch an den O-Ring gekommen sind. Die Kamera ging zum Service, ohne Erfolg. Die Folge war eine neue Kamera. Pass lieber auf und steck das Geld in einen schönen Tauchgang statt in eine neue Kamera.


Dichtigkeitstest: unser Weg

Wir machen vor dem Tauchen keinen Dichtigkeitstest und legen auch kein Papier ins Gehäuse. Wir vertrauen dem Gehäuse und unserer Wartung und wurden zum Glück noch nie enttäuscht. Das ist unsere Erfahrung, keine Empfehlung des Herstellers. Manche Taucher testen das Gehäuse vor dem ersten Tauchgang ohne Kamera, vor allem nach einem Gehäuse- oder O-Ring-Wechsel. Wenn du unsicher bist, ist das eine sinnvolle Vorsicht.


Häufige Fragen

Kann ich die TG-6 oder TG-7 ohne Gehäuse tauchen?

Die Kamera ist wasserdicht, wir tun das aber nie. Salzwasser dringt in jede Ritze, und Salz, das auskristallisiert, kann Dichtungen und Mechanik beschädigen.

Mindestens einmal im Becken liegen lassen. Wenn du Zeit hast, auch ein bis zwei Stunden. Wechsle das Wasser, damit es nicht vom Salz gesättigt ist.

Wir versuchen es zu vermeiden, weil nasse Hände und Handtücher Feuchtigkeit hineintragen können.

Sobald er erste Risse oder Sprödigkeit zeigt. Wir haben immer einen Ersatz dabei. Das Intervall des Herstellers steht im Handbuch.

Im Gehäuse, in einer gepolsterten Hülle im Handgepäck. Die Akkus nehmen wir heraus und legen sie in ein separates Pack, falls sie bei der Kontrolle vorgezeigt werden müssen.


Fazit

Die Pflege kostet uns pro Tag ein paar Minuten, und diese Minuten sind gut investiert: spülen, Gehäuse zu lassen, abends in Ruhe öffnen, den O-Ring im Blick behalten und die Linse in Ruhe lassen. Mehr zu unserem übrigen Equipment findest du im Artikel „Tauchausrüstung & Foto-Equipment“ und zum Thema Licht im Artikel „Tauchlampe für Unterwasserfotos“.



 



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