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Olympus TG-6 unter Wasser: Unsere Makro-Einstellungen und was wir anfangs falsch gemacht haben

vor 9 Stunden
7 Min. Lesezeit

📋 Unsere TG-6-Einstellungen auf einen Blick

🎛️ Aufnahmemodus: A-Modus (Blendenpriorität), gespeichert auf C1.

💾 Speicherplätze: Makro auf C1, Weitwinkel (selten) auf C2.

🗂️ Dateiformat: immer RAW.

⚪ Weißabgleich: Auto beim Makro mit Kunstlicht, manuell beim Weitwinkel (etwa alle 5 m neu).

🔆 ISO: so niedrig wie möglich, ideal 100, höchstens 400. Nie Auto-ISO.

🎯 Fokus: ein festes Fokusfeld in der Bildmitte.

🔦 Licht für den Einstieg: Tauchlampe mit Snoot.

⚡ Blitz: Backscatter Miniflash 2, Kamera im RC-Modus, Blitz auf SC bzw. SC Makro, beim Makro meist Stufe 1.

🔍 Mikroskopmodus: digitale Vergrößerung vermeiden, lieber vorsichtig näher ran.

✏️ Nachbearbeitung: Lightroom: Belichtung, Kontrast, leichte Farbkorrektur.



Wie alles anfing: Auto-Modus und krisselige Bilder

Am Anfang haben wir, weil wir es nicht besser wussten, im Automatikmodus fotografiert, meistens in den voreingestellten Programmen Makro und Super-Makro. Die Ergebnisse waren oft okay, zumindest dann, wenn das Licht stimmte und im richtigen Winkel aufs Motiv fiel.

Dann haben wir uns die Bilder und Videos angeschaut, die andere Taucher im Internet und auf Social Media zeigen. Deren Fotos waren gestochen scharf, unsere meist krisselig und leicht verpixelt. Unsere erste Vermutung: Es liegt an der Kamera, für solche Aufnahmen braucht man bestimmt ein High-End-Gerät.

Lag es nicht. Wir haben uns nach und nach mit den einzelnen Themen beschäftigt, unsere Bilder analysiert und vor allem viel geübt und ausprobiert. Tipps von anderen Tauchern gab es natürlich auch. Manche waren gut, manche nicht, und viele konnten uns gar nicht erklären, warum sie etwas so machen, wie sie es machen. In diesem Artikel erklären wir dir deshalb nicht nur, was wir einstellen, sondern auch warum.


Sheep Nudi (Costasiella) in Makroaufnahme mit der Olympus TG-6, Koh Tao, Thailand
Sheep Nudi auf Koh Tao, fotografiert mit der Olympus TG-6

Ein paar Grundlagen zu Verschlusszeit, Belichtung, ISO und Schärfentiefe hatten wir in einem anderen Blog schonmal veröffentlicht. Einen Überblick darüber findest du auf unserer Seite Unterwasserfotografie für Einsteiger.

C1 und C2: Einmal einstellen, immer parat

Unsere Einstellungen haben wir auf den Speicherplätzen C1 und C2 gespeichert. So wechseln wir schnell zwischen Makro und, eher selten, Weitwinkel und müssen nicht jedes Mal alles neu einstellen. Einmal richtig eingegeben, gespeichert, und zack: fertig zum Fotografieren.

Es gibt nichts Nervigeres, als ein tolles Motiv zu entdecken und erst mal an der Kamera herumzustellen. Bis du so weit bist, ist das Motiv weg, die Szene sieht anders aus oder du bist schon mit dem nächsten Thema beschäftigt.

Da wir hauptsächlich Makro fotografieren, liegt das auf C1. Dort fotografieren wir im A-Modus, also mit Blendenpriorität: Wir legen die Blende fest, die Kamera kümmert sich um die Verschlusszeit. C2 nutzen wir selten, weil wir bisher nur einen Blitz und keine Weitwinkellinse haben. Das ist bei uns eher Spaß zum Ausprobieren, zum Beispiel beim Sicherheitsstopp.

RAW oder JPEG?

Wir fotografieren immer in RAW und würden das auch jedem empfehlen. RAW-Dateien lassen sich hinterher deutlich besser bearbeiten, gerade wenn Farben oder Belichtung unter Wasser nicht ganz passen.

Wenn du die Fotos direkt nach dem Tauchgang verschicken willst, ohne sie zu bearbeiten, kannst du zusätzlich JPEG speichern. Denk nur daran: RAW plus JPEG braucht deutlich mehr Speicherplatz. Nimm also genug Speicherkarten mit.

Weißabgleich: automatisch beim Makro, manuell beim Weitwinkel

Im Makrobereich arbeiten wir praktisch immer mit Kunstlicht, also Lampe oder Blitz. Dann steht der Weißabgleich bei uns auf Automatik. Das künstliche Licht ist meist gut genug, und die Kamera trifft den Weißabgleich in der Regel zuverlässig.

Anders beim Weitwinkel: Hier stellen wir den Weißabgleich manuell ein, abhängig von der Tiefe. Das ist vor allem nötig, weil wir dafür meist nur ein Videolicht oder einen zu schwachen Blitz dabeihaben. Unter Wasser verschwinden die Farben mit zunehmender Tiefe (mehr dazu in unserem Artikel zur Tauchlampe). Deshalb setzen wir den Weißabgleich etwa alle 5 Meter neu.

Unser Trick: Auf den Flossen haben wir ein weißes Symbol, das wir immer wieder abfotografieren. So sagen wir der Kamera, was „weiß“ ist. Kein Extra-Zubehör, keine Sucherei, die Flossen sind ja eh dabei.

ISO: so niedrig wie möglich

Die ISO stellen wir immer fest auf einen niedrigen Wert, schlechtestenfalls auf ISO 400. Ideal ist ISO 100. Je höher die ISO, desto mehr rauscht das Bild, und genau das war bei uns anfangs das Problem mit den krisseligen Fotos.

Wirkt ein Bild etwas zu dunkel, kannst du es mit der Plus/Minus-Taste (Belichtungskorrektur) ein wenig aufhellen. Ist es aber insgesamt zu dunkel, hilft keine Einstellung der Welt: Dann brauchst du schlicht mehr Licht, also eine bessere Lampe oder einen Blitz.

Licht: Lampe mit Snoot oder Blitz?


Für den Einstieg: Lampe mit Snoot

Mit einer Lampe und Snoot hast du einen großen Vorteil: Du siehst auf dem Display, was du aufnimmst. Gerade für Anfänger ist das die bessere Option. So verstehst du erst mal, wie die Einstellungen und das Licht zusammenspielen. Das ist deutlich weniger frustrierend, als direkt mit einem Blitz anzufangen. In Anilao sind uns so unsere ersten richtig guten Makrobilder gelungen, ganz ohne Blitz.


Der nächste Schritt: Blitz mit Snoot

Wir nutzen eine Backscatter Miniflash 2. Am Blitz stellen wir SC bzw. SC Makro ein, beim Makro meist Stufe 1. Beim Weitwinkel probieren wir mehr herum, weil es stark auf den Abstand zum Motiv ankommt. Der Blitz ist über ein Kabel mit dem Kameragehäuse verbunden, die Kamera steht im RC-Modus.

Wenn wir mit Blitz und Snoot fotografieren, haben wir zusätzlich eine kleine Tauchlampe dabei, die das Motiv grob ausleuchtet. Praktisch: Die Miniflash 2 hat auch eine Lampenfunktion (die Miniflash 3, die wir selbst nicht besitzen, soll das ebenfalls können). Du richtest den Blitz mit Snoot direkt aufs Motiv, er löst im selben Lichtkegel aus, und der kurze Lichtimpuls friert das Motiv quasi ein. Das Ergebnis sind gestochen scharfe Bilder. Das braucht allerdings etwas Übung.

Auch mit Blitz bleibt die ISO bei uns bei höchstens 400. Am besten ist es, wenn du so viel Licht ins Bild bringst, dass ISO 100 reicht.


Der Winkel entscheidet

Mindestens so wichtig wie die Lichtmenge ist der Winkel. Wir wussten anfangs nicht, wie man ein Motiv am besten anleuchtet, und hatten zu wenig Licht darauf. Einen schönen schwarzen Hintergrund haben wir so nie bekommen. Probier verschiedene Winkel aus und schau dir das Ergebnis direkt auf dem Display an. Welche Lampen wir nutzen, steht in unserem Ausrüstungsartikel.

Fokus: ein festes Feld in der Mitte

Wir haben ein festes Fokusfeld in der Bildmitte eingestellt. So wissen wir immer genau, worauf die Kamera scharfstellt, und sie springt nicht auf irgendeine Koralle im Hintergrund. Bei Bedarf kannst du das Feld verschieben, zum Beispiel wenn das Auge eines Tieres nicht in der Mitte liegt.

Mikroskopmodus: praktisch, aber mit Haken

Bevor wir unsere Einstellungen auf C1 gespeichert haben, haben wir ausschließlich die voreingestellten Programme Makro und Super-Makro genutzt und sehr viel im Mikroskopmodus fotografiert. Die TG-6 kann darin laut Hersteller schon ab 1 cm vor dem Objektiv scharfstellen. Der Haken: Die zusätzlichen Vergrößerungsstufen sind digital. Die Kamera schneidet das Bild also zu, du verlierst Auflösung, und die Bildqualität leidet. Genau daher kam bei uns ein Teil der verpixelten Bilder.

Unser Tipp: Geh lieber vorsichtig etwas näher ans Motiv heran, statt digital zu vergrößern. Ohne die Tiere zu berühren oder zu bedrängen, versteht sich. Du wirst sehen, die Bilder werden deutlich besser.

Unsere Fehler vom Anfang

Damit du sie nicht wiederholen musst:

  • Wir haben den Mikroskopmodus mit digitaler Vergrößerung viel zu oft benutzt.

  • Die ISO stand auf Auto. Ergebnis: verrauschte, verpixelte Bilder.

  • Wir hatten zu wenig Licht auf dem Motiv und deshalb nie einen schönen schwarzen Hintergrund.

  • Wir wussten nicht, wie man ein Motiv richtig anleuchtet. Der Winkel spielt eine große Rolle.

Unser wichtigster Tipp: Try, try, try. Nicht aufgeben, immer wieder versuchen und Kleinigkeiten verändern. Es braucht einfach Zeit und Übung, bis die Ergebnisse gut werden. Uns ging es nicht anders.

Nachbearbeitung: Lightroom auf dem iPad

Unsere Bilder bearbeiten wir mit Lightroom auf dem iPad. Das gehört bei uns fast schon zum Abendritual: die Fotos des Tages durchgehen und die besten Shots suchen.

Meist passen wir Belichtung und Kontrast an und machen oft eine kleine Farbkorrektur, damit das Bild etwas lebendiger wirkt. Durch Blitz oder Videolicht kann es zu kleinen Farbabweichungen kommen. Besonders wichtig ist die Korrektur, wenn zu viel Blau im Bild ist.

Und weil abends ohnehin Kamerazeit ist: So pflegen wir Kamera und Gehäuse nach dem Tauchen.

Und die TG-7?

Die TG-7 haben wir selbst noch nicht in der Hand gehabt. Laut Datenblatt-Vergleich haben TG-6 und TG-7 aber denselben 12-Megapixel-Sensor, dasselbe Objektiv und dieselbe 4K-Videoauflösung. Die Einstellungen aus diesem Artikel sollten sich deshalb weitgehend übertragen lassen. Wenn du mit der TG-7 tauchst: Schreib uns gern, ob bei dir etwas anders funktioniert.

Häufige Fragen


RAW, ISO so niedrig wie möglich (höchstens 400), automatischer Weißabgleich mit Kunstlicht, ein festes Fokusfeld in der Mitte und alles auf dem Speicherplatz C1. Das Wichtigste ist aber genug Licht am Motiv.

Nein. Für den Einstieg empfehlen wir eine Tauchlampe mit Snoot. Du siehst direkt, was du aufnimmst, und lernst das Zusammenspiel von Licht und Kamera. Ein Blitz ist der nächste Schritt.

Bei uns lag es an drei Dingen: Auto-ISO, zu wenig Licht und zu viel digitale Vergrößerung im Mikroskopmodus. Stell die ISO fest auf einen niedrigen Wert, bring mehr Licht ans Motiv und geh lieber näher ran, statt digital zu vergrößern.

Wir fotografieren immer in RAW, weil sich die Bilder später viel besser bearbeiten lassen. Wenn du Bilder direkt nach dem Tauchgang verschicken willst, kannst du zusätzlich JPEG speichern. Das braucht dann aber mehr Speicherplatz.

Beim Makro mit Lampe oder Blitz reicht bei uns der automatische Weißabgleich. Beim Weitwinkel mit wenig Kunstlicht stellen wir ihn manuell ein, etwa alle 5 Meter neu.

Laut Datenblatt haben TG-6 und TG-7 denselben 12-MP-Sensor und dasselbe Objektiv, die Einstellungen sollten sich also weitgehend übertragen lassen. Selbst getestet haben wir die TG-7 aber nicht.


Fazit

Für richtig gute Makrofotos brauchst du keine Profi-Kamera. Mit der TG-6 und TG-7, genug Licht im richtigen Winkel, niedriger ISO und etwas Geduld kommst du sehr weit. Unsere größten Fortschritte kamen nicht durch neues Equipment, sondern durch Verstehen und Üben. Wo wir das gelernt haben, liest du in unseren Artikeln zu Koh Tao und Anilao.


Bald gibt es mehr: Unsere kompletten C1-Einstellungen bereiten wir gerade als Spickzettel zum Ausdrucken oder fürs Handy vor. Folg uns auf Instagram @lazyleisure.ocean, damit du das Update nicht verpasst.


Du fotografierst auch mit der TG-6 oder TG-7? Schreib uns in die Kommentare, welche Einstellungen bei dir funktionieren und was du anders machst.


Alle hier genannten Produkte haben wir selbst gekauft. Dieser Artikel ist keine bezahlte Werbung.

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