Anilao 2023: Unsere erste Makro-Reise (günstig starten)
Aktualisiert: vor 1 Stunde
📍 Lage: Anilao in Batangas (Luzon, Philippinen), etwa 3 Stunden Transfer südlich von Manila. ✈️ Anreise aus Deutschland: Flug nach Manila, zum Beispiel mit Umstieg in Istanbul, von dort fliegt Turkish Airlines direkt nach Manila. Wir sind mit AirChina über Peking geflogen. 🚐 Transfer: vom Resort organisiert, ca. 60 € pro Person und Strecke. 📅 Beste Reisezeit: Hauptsaison laut gängigen Quellen November bis Mai, tauchbar ist Anilao ganzjährig. Wir waren im Dezember dort. 🌊 Wasser (Dezember): 25 bis 26 °C, Sicht 20 bis 25 m, kaum Strömung. 🥶 Anzug: Iris 5 mm, Chris 3 mm (und ihm war trotzdem kalt). Unser Tipp: Unterzieher und Haube einpacken. 🤿 Tauchen: nur vom Boot, 11 Tauchgänge (13. bis 16. Dezember 2023), kein Nitrox bei uns, ein Guide für uns beide. 🏨 Unterkunft: Resort, für Anilao günstig, aber nicht billig. 🐠 Tier-Highlights: Pygmy Seahorse gelb und pink, Hairy Frogfish, Blauring-Oktopus, Flamboyant Cuttlefish. 🔦 Unser Foto-Setup: Lampen mit Snoot, kein Blitz. 📌 Tauchplatz-Highlights: Matu Point, El Pinoy, Anilao Pier (nachts), Bubbles (die Unterwasserheizung). 🔌 Strom und WLAN: Steckdosen ohne Adapter, WLAN okay, aber langsam. 💳 Bezahlen: Karte oder Wise-Überweisung. 🛒 Einkaufen: praktisch nirgends. 🌴 Lazy-Leisure-Faktor 🐠 Makro-Faktor: 🐠🐠🐠🐠🐠 🌴 Chill-Faktor: 🌴🌴🌴⚪⚪ 🌙 Abendprogramm: 🌙⚪⚪⚪⚪ 💶 Preis-Leistung: 💶💶💶⚪⚪ Wer abends Programm will, muss es sich selbst mitbringen. |
Der erste Tauchgang: erst ein Schock, dann ein Rausch
Im Dezember 2023 waren wir zum ersten Mal in Anilao. Wir sind dort vom 13. bis 16. Dezember getaucht, insgesamt elf Tauchgänge. Von Makrofotografie hatten wir damals kaum Ahnung. Der erste Tauchgang führte nach Matu Point, einen langen Hang mit teils großen Steinen. Das Wasser war kühler, als wir gedacht hatten, und Iris hat vor Schreck laut gequietscht. Die Fische haben höflich weggeschaut.
Dann sahen wir uns um und dachten: Wie langweilig. Nach drei Minuten wussten wir nicht mehr, wohin wir zuerst schauen sollten. Überall saßen kleine Schnecken und andere Winzlinge, die fotografiert werden wollten. Die Zeit verging im Flug, und unsere Kamera glühte.
Hier erzählen wir dir, wie es uns in Anilao ergangen ist: mit welchem Resort, welchen Plätzen, welcher Technik und was wir beim nächsten Mal anders machen. Für dieses erste Mal waren wir eher im günstigeren Bereich unterwegs, auch wenn Anilao insgesamt nicht billig ist. Über eine höhere Preiskategorie schreiben wir später.
Warum Anilao fürs Makro?
Anilao gilt unter Tauchern als eines der bekanntesten Makro-Ziele der Welt. Die Einheimischen nennen es die Hauptstadt der Nacktschnecken, und nach elf Tauchgängen glauben wir das sofort. Die Plätze erreicht man in der Regel in einer halben Stunde per Boot. Für uns als Einsteiger war es ideal zum Üben, denn man sieht in kurzer Zeit sehr viele verschiedene Motive. Nicht alle Fotos gelangen uns, aber das gehört dazu.
Anreise: Peking, Manila und ein langer Transfer
Wir sind von Deutschland über Peking nach Manila geflogen und gegen Mitternacht gelandet. Weil wir nicht mitten in der Nacht weiterfahren wollten, haben wir uns in Flughafennähe eine kleine Unterkunft gesucht. Am nächsten Morgen hat uns das Resort per Transfer abgeholt. Die Fahrt dauerte etwa drei Stunden und kostete rund 60 € pro Person und Strecke. Das war einfach und unkompliziert. Manche fahren stattdessen mit Bus oder Taxi.
Flug aus Deutschland: Es gibt mehrere Wege nach Manila. Wir sind über Peking geflogen. Eine Alternative ohne Umstieg im Nahen Osten ist Istanbul: Von dort fliegt Turkish Airlines direkt nach Manila. Fahrpläne ändern sich, prüfe sie deshalb vor der Buchung.
Unser Resort
Wir waren im Blue Ribbon untergebracht (unbezahlte Nennung, keine Kooperation). Das Resort war recht einfach, aber das Essen hat uns sehr gut geschmeckt (westlich orientiert), und das Personal war sehr freundlich. Im Vergleich zu anderen Resorts in Anilao waren Tauchen und Übernachten dort günstig, auch wenn Anilao insgesamt eher teuer ist.
Es war ein Rundum-sorglos-Paket: Die Guides waren stets hilfsbereit, und unser Equipment wurde immer getragen und an Land vorbereitet. Einen Haken gibt es bei den Duschen: Warmes Wasser gab es nur auf dem Zimmer. Wer nach dem Tauchgang an der Außendusche Wellness erwartet, bekommt Kneipp. Abends hatten wir keine Mücken, die Steckdosen funktionierten ohne Adapter, und das WLAN war meistens okay, aber nicht schnell.
Wie ein Tag aussah:
• Frühstück, zwei Tauchgänge am Vormittag
• Zurück ins Resort, Mittagessen, kurzes Nickerchen und Akkus wechseln
• Nachmittagstauchgang gegen 14 Uhr
• Nachttauchgang gegen 17:30 Uhr
• Abends essen, Bilder auswerten und bearbeiten, alles zum Laden vorbereiten, schlafen
• Am nächsten Morgen: wieder von vorn
Es gibt einen Kameraraum, den wir nicht genutzt haben. Es gab aber Druckluft, genug Lademöglichkeiten und einen Tisch, an dem man Kamera und Zubehör warten und laden kann.
Was uns gefehlt hat: Für uns wurde es auf Dauer etwas monoton, weil wir gern auch außerhalb des Resorts etwas unternehmen. Andere Restaurants sind zu Fuß teils weit entfernt. Einkaufen kann man in der Umgebung eigentlich nirgends. Wir wussten damals nicht, ob und wo man einen Roller leihen kann.
Wie kommt man zu den Tauchplätzen?
Zu den Tauchplätzen fährt man immer mit dem Boot. Shore Dives gibt es nur in ausgewählten Resorts, bei uns waren sie nicht verfügbar. Die Divesite Map haben wir im Resort abfotografiert.

Unsere Tauchplätze
Die Sicht lag bei 20 bis 25 Metern, das Wasser hatte 25 bis 26 Grad. Strömung gab es kaum, die Guides wussten, wo man tauchen konnte, ohne dagegen zu kämpfen.
Matu Point: Unser erster Tauchgang und damals unser liebster Nachmittagstauchgang. Wir haben dort Coleman-Garnelen, Seepferdchen, Frogfish, Steinfisch, Goniobranchus-Nacktschnecken, Aale, Kraken, Garnelen und viele weitere Nacktschnecken gesehen. Der Steinfisch ist giftig und perfekt getarnt: Stütz dich nirgends ab, und fass nichts an.
El Pinoy: Ein Sandhang. Wir haben dort Hairy Squat Lobsters (haarige Springkrebse), einen rosa Pygmy Seahorse, Garnelen, Krabben und einige Nacktschnecken gesehen.
Anilao Pier: Wir waren häufig zum Nachttauchen dort. Es wimmelte von verschiedenen Kraken und Bobtail-Tintenfischen.
Bubbles: die Unterwasserheizung. Auf diesem Tauchplatz schießen langsam Blasen aus dem Boden und blubbern vor sich hin. Man spürt die Wärme: Es war wie eine kleine Heizung unter Wasser, und wir wollten uns gar nicht mehr in die kalte Umgebung bewegen. Was das für ein Gas ist, wissen wir nicht, es ist aber natürlichen Ursprungs. Frag vor Ort deinen Guide, was es damit auf sich hat.
Unsere Highlights unter Wasser
Was es zu sehen gibt, hängt vom Tauchplatz ab. Unsere Highlights waren:
• Blauring-Oktopus (Blue-ringed Octopus)
• Frogfish und Hairy Frogfish
• Pygmy Seahorse
• Flamboyant Cuttlefish
• verschiedene Nacktschnecken
Der Blauring-Oktopus ist giftig. Schau ihn dir an und fotografiere ihn, aber fass ihn nie an.
Unser Lieblingsmotiv: das Pygmy Seahorse. Wir freuen uns jedes Mal riesig, wenn wir einen sehen. Die Tiere sind winzig und auf den Gorgonien wirklich schwer zu entdecken. Haben sie dich bemerkt, ziehen sie sich zurück, nach unserer Beobachtung besonders bei Licht. Sie sind quasi Profis im Verstecken und keine Fans von Paparazzi. Für uns sind sie schwer zu fotografieren, und deshalb freuen wir uns über jedes Bild und jede Erinnerung mit diesen tollen Tieren.
Respekt vor den Tieren
Wir fassen niemals etwas an, halten Abstand und können uns auch aus der Ferne an diesen tollen Geschöpfen freuen. Unser Guide war dabei immer respektvoll. Ein gutes Foto ist es nicht wert, ein Tier zu bedrängen.
Guide und Gruppe
Wir hatten immer einen Guide für uns beide allein. Das ist in Anilao wohl verbreitet, weil die meisten Taucher auf Makro-Expedition sind und der Guide sich so voll auf das Spotten konzentrieren kann. Unser Guide war dabei klasse.
Fotografieren ohne Blitz: Unser Snoot-Aha-Moment
Damals hatten wir noch keinen Blitz. Unsere Bilder sind mit Taschenlampen von Backscatter, APLOS und Orca Torch entstanden, jeweils mit Snoot. Unser Aha-Moment kam, als wir verstanden haben, wie man das Snoot halten und das Motiv anstrahlen muss. Plötzlich hatten wir Fotos mit schwarzem Hintergrund, auch bei Tagtauchgängen: Nur das Motiv stand im Spotlight, der Rest des Bildes war ausgeblendet. Seitdem wissen wir: Der dunkle Hintergrund ist unser Fotostudio.
Mehr zu den Lampen und zum Snoot findest du in unserem Artikel zur Tauchlampe, mehr zu unserem übrigen Equipment im Ausrüstungsartikel.
Anzug und Packliste: Wir haben gefroren
Wir hatten nichts Besonderes vorbereitet, weil wir nicht wussten, wie kühl das Wasser ist. Iris hatte einen 5-mm-Anzug, Chris einen 3-mm-Anzug, und ihm war trotzdem kalt. Das würden wir heute anders machen:
• ein warmer Unterzieher
• eine Haube oder Mütze (das lohnt sich)
• etwas zum Wechseln, damit du im Surface-Intervall nicht frierst
Wir haben andere Taucher sogar im Trockenanzug gesehen. Das ist vielleicht übertrieben, zeigt aber, dass das Wasser frisch ist.
Kosten, Bezahlung und Versicherung
• Abgerechnet wird nach Nutzung. In Anilao ist das häufig so, auch in unserem Resort: Anzug, BCD, Flossen und Maske sind separate Kostenpositionen. Wer eigenes Equipment mitbringt, spart Geld. Wir haben vor Ort ein Paket gebucht. Genaue Gesamtkosten wissen wir nach der langen Zeit nicht mehr, deshalb nennen wir hier keine Zahl.
• Nitrox: Wir sind damals ohne Nitrox getaucht.
• Bezahlt haben wir am Ende mit Karte beziehungsweise per Wise-Überweisung.
• Versicherung: Wir haben eine DAN-Tauchversicherung, die wir hoffentlich nie brauchen. Im Notfall sind wir versorgt.
Was wir beim nächsten Mal anders machen
• Mehr Komfort: Eine höhere Zimmerkategorie oder ein besseres Hotel.
• Einen Blitz ausprobieren.
• Mit besseren Skills anreisen, damit die Bilder noch besser werden.
• Warme Sachen zum Tauchen einpacken.
Für wen eignet sich Anilao?
Für alle, die Makro lieben, viel üben möchten und gerne die Zeit in einem Resport verbringen. Weniger für alle, die abends Abwechslung suchen und gern außerhalb des Resorts etwas erleben.
Häufige Fragen
Wie kommt man vom Flughafen zum Resort?
Manche fahren mit Bus oder Taxi. Wir haben den Service des Resorts genutzt. Er war einfach und unkompliziert.
Wie gelangt man zum Tauchplatz?
Immer mit dem Boot. Shore Dives gibt es nur in ausgewählten Resorts, bei uns waren sie nicht verfügbar.
Was gibt es unter Wasser zu sehen?
Das hängt vom Tauchplatz ab. Unsere Highlights waren Blauring-Oktopus, Frogfish, Hairy Frogfish, Pygmy Seahorse, Flamboyant Cuttlefish und verschiedene Nacktschnecken.
Wie ist das Wasser im Dezember, und welcher Anzug passt??
Bei uns war die Sicht 20 bis 25 Meter, das Wasser hatte 25 bis 26 Grad. Iris hatte 5 mm, Chris 3 mm, und Chris war kalt. Ein warmer Unterzieher und eine Haube sind sinnvoll.
Was kostet das Equipment vor Ort?
Es wird nach Nutzung abgerechnet. Anzug, BCD, Flossen und Maske sind einzelne Positionen, wer eigenes Equipment mitbringt, spart Geld.
Muss man für Makro einen Blitz haben?
Wir hatten keinen. Mit Lampe und Snoot sind uns die ersten guten Makrobilder gelungen.
Ist ein Guide allein für zwei Taucher normal?
Bei uns war es so, und es ist in Anilao wohl verbreitet.
Kann man in Anilao einkaufen gehen?
Eigentlich nirgends. Du braucht einen Scooter oder ein Taxi. Wir haben die Zeit fast ausschließlich im Resort verbracht.
Fazit
Anilao war für uns die perfekte Übungsstrecke für Makro, und es hat uns das Snoot beigebracht. Im Resort war es ein bisschen monoton, aber das Rundum-sorglos-Paket hat uns den Kopf fürs Fotografieren frei gehalten. Nach Anilao sind wir auf den Philippinen weitergereist. Mehr dazu in einem eigenen Artikel.
Du warst schon in Anilao? Schreib uns, wann du dort warst und was du Anderen empfehlen würdest. Deine Tipps tragen wir gern in den Steckbrief oben ein.
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